Event vom 21.11.2012

TCA-Eventnachlese 6: Tourismusexperten – Wir müssen Skifahren neu inszenieren

Nachlese der sechsten Tourismus Community Austria (TCA) im Haus der Musik in Wien am 21. November 2012. Mehr…

Presseaussendung, Video und Fotogalerien. Mehr…

O-Töne: „Wir gehen von weiteren Skigebietszusammenschlüssen aus. Der Druck auf die kleinen Skigebiete wird dadurch größer.“ Mehr…

______________________________________________________________________________________

Tourismusexperten – Wir müssen Skifahren neu inszenieren

Tourismus Community Austria lud zur Auseinandersetzung um die Zukunft des Wintersports – Expertenrunde erwog Strategien gegen stagnierende Märkte

„Der Wintertourismus in Österreich ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte“, brachte es Richard Bauer von der Österreich Werbung bei der sechsten Tourismus Community Austria (TCA) auf den Punkt. Nun gelte es, diese Geschichte fortzuschreiben und die dazu nötigen Strategien zu erarbeiten. Welche das sein könnten, diskutierte eine hochkarätige Expertenrunde gestern, Mittwochabend, auf Einladung der TCA im Wiener Haus der Musik.

Vortragende der 6. Tourismuscommunity Austria. Stehend v.l.n.r.: Richard Bauer (Bereichsleiter Kundenmanagement bei der Österreich Werbung), Werner Taurer (Kohl & Partner), Gernot Memmer (Kohl & Partner), Dieter Dubkowitsch (Geschäftsführer Montafon Tourismus), Markus Redl (Geschäftsführer der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft m.b.H.), Christopher Norden (Moderation / Chefredakteur T.A.I.), Franz Schenner (Netzwerk Winter).

Etwa 100 Gäste aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft folgten dabei den Ausführungen von Werner Taurer und Gernot Memmer des Tourismusconsulting-Unternehmens Kohl & Partner, die in ihrem einleitenden Statement sechs Thesen zur Zukunft des Wintersports präsentierten. Bergbahnen müssen demnach von Transportunternehmen zu Erlebniseinrichtungen werden, die in Kooperation mit Partnern aus dem Tourismus mehr bieten, als bloße Aufstiegshilfe. Sie mahnten zudem zur Weitsicht hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels und der demografischen Veränderungen, die als unumstößliche Fakten die Grundlagen des Wintertourismus nachhaltig beeinflussen. Zudem wachse der wirtschaftliche Druck auf die Destinationen, weshalb Konzentrationstendenzen, wie sie bereits im Rahmen von Skigebietszusammenschlüssen zu beobachten sind, weiter zunehmen werden: „Wir gehen von weiteren Zusammenschlüssen aus. Der Druck auf kleine Skigebiete wird dadurch größer.“ Angesichts dieser Herausforderungen raten Taurer und Memmer dringend dazu, einen Masterplan zu erarbeiten: „Es muss in jedem Bundesland eine Gesamtstrategie für den Umgang mit diesen kleinen Skigebieten in Not gefunden werden.“

Die 6. TCA lockte viele Besucher an - gefüllter Saal im Haus der Musik.Im Anschluss an das Impulsreferat leitete TAI (Tourismuswirtschaft Austria International)-Chefredakteur Christopher Norden zur Gesprächsrunde über, in der die Thesen von Praktikern diskutiert wurden. Dieter Dubkowitsch, Montafon Tourismus, bestätigte angesichts seiner jüngsten Erfahrung mit dem Zusammenschluss zweier Skigebiete in Vorarlberg, dass Konzentration und Bündelung von Kräften ein gangbarer Weg für die Zukunft sei: „Wir haben das größte Skigebiet Vorarlbergs geschaffen, was für unsere Außenwirkung sehr wichtig ist, da sich diese Botschaft sehr gut kommunizieren lässt.“ Mit ganz anderen Problemen hat hingegen Markus Redl, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft, zu kämpfen: „Wir machen in vielen unserer Skigebiete 80 Prozent des Umsatzes in nur zwei bis drei Wochen. Davon wollen wir uns befreien, das ist unsere Herausforderung.“ Zusammenschlüsse sind dabei in Niederösterreich jedoch schon aus geografischen Gründen kaum möglich. Es gelte daher, Zusatzangebote abseits vom reinen Skisport zu schaffen. Österreich-Werber Richard Bauer sieht diese Notwendigkeit ebenfalls gegeben: „Wir halten im europäischen Wintertourismus bei einem Marktanteil von rund 50 Prozent, das ist einzigartig. Wichtig ist nun, den Gästen abseits vom klassischen Wintersport Alternativen zu bieten. Für jene, die nicht oder nicht fünf Tage am Stück Skifahren wollen.“ Für Franz Schenner vom Netzwerk Winter, einer branchenübergreifenden Meinungsbildungsplattform für Wintersport und Tourismus, sind wiederum gesellschaftliche Trends und der damit verbundene Bedeutungsverlust des Wintersports die großen Herausforderungen. Schenner warnte davor, „eine weitere Generation potenzieller Skifahrer zu verschlafen“, und pochte darauf, etwa Schulskikurse und kleine wohnortnahe Liftanlagen unbedingt zu erhalten.

Das Fazit des Abends fiel vorsichtig optimistisch aus. Ausgehend von zwei aufeinanderfolgenden Rekord-Wintersaisonen gelte es nun, die Rolle Österreichs als führende Winterdestination Europas zu erhalten und auszubauen. Das Potenzial dazu sei vorhanden, war man sich am Podium einig.

Fotos: (c) APA-OTS Tourismuspresse/APA-Fotoservice/Schedl

Vortragende der 6. Tourismuscommunity Austria. Stehend v.l.n.r.: Richard Bauer (Bereichsleiter Kundenmanagement bei der Österreich Werbung), Werner Taurer (Kohl & Partner), Gernot Memmer (Kohl & Partner), Dieter Dubkowitsch (Geschäftsführer Montafon Tourismus), Markus Redl (Geschäftsführer der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft m.b.H.), Christopher Norden (Moderation / Chefredakteur T.A.I.), Franz Schenner (Netzwerk Winter).

 

Presseaussendung, Video, Fotogalerie und Infomaterial

Presseaussendung zur Tourismus Community Austria

Video der Veranstaltung

APA-Fotoservice: Fotogalerie der Veranstaltung

Winterfilm der Österreich Werbung

Sechs Thesen zur Zukunft des Wintersports

Video: 6 Thesen zur Zukunft des Wintersports

 

 

O-Töne der 6. Tourismus Community Austria

 Markus Redl, Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft m.b.H bei der Podiumsdiskussion Franz Schenner vom Netzwerk Winter bei der Podiumsdiskussion Richard Bauer, Österreich Werbung, bei der Diskussionsrunde der 6. TCA Dieter Dubkowitsch, Montafon Tourismus, bei der sechsten TCA am Podium
Markus Redl                                  Franz Schenner                          Richard Bauer                           Dieter Dubkowitsch
 

„Wir gehen von weiteren Skigebietszusammenschlüssen aus. Der Druck auf die kleinen Skigebiete wird dadurch größer.“ Werner Taurer und Gernot Memmer von Kohl & Partner, Tourismusconsulting

„Nur die Großen haben die Möglichkeiten dazu, Destinationen der Zukunft zu werden. In Österreich sind das rund zehn Gebiete. Sie werden daher das Rennen machen.“ Werner Taurer und Gernot Memmer, Kohl & Partner

„Wir machen in vielen unserer Skigebiete 80 Prozent des Umsatzes in nur zwei bis drei Wochen. Davon wollen wir uns befreien, das ist unsere Herausforderung.“ Markus Redl, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft

„Der Wintertourismus in Österreich ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Wir halten im europäischen Wintertourismus bei einem Marktanteil von rund 50 Prozent. Wichtig ist nun, den Gästen abseits des klassischen Wintersports Alternativen zu bieten. Für jene, die nicht oder nicht fünf Tage am Stück Skifahren wollen.“ Richard Bauer, Österreich Werbung

„Ich habe weniger Angst vor dem Klimawandel, als vor den gesellschaftlichen Trends. Wir haben bereits eine Elterngeneration verschlafen, die heute nicht mehr Ski fährt.“ Franz Schenner vom Netzwerk Winter, einer branchenübergreifenden Meinungsbildungsplattform für Wintersport und Tourismus

„Unser Erfolg im Montafon beruht auf einem exzellenten Netzwerk zwischen Tourismusverbänden, Bergbahnen und der Talschaft.“ Dieter Dubkowitsch, Montafon Tourismus

Fotos: (c) APA-OTS Tourismuspresse/APA-Fotoservice/Schedl