Event vom 02.05.2012

TCA-Eventnachlese 4: Tourismus Community Austria zum Thema "Beyond Booking – Vernetzte Produkte sind mehr wert" am 02. Mai 2012 im Haus der Musik in Wien

Beyond Booking - Vernetzte Produkte sind mehr wert
Nachlese der vierten Tourismus Community Austria (TCA) im Haus der Musik in Wien am 02. Mai 2012. Mehr… 

Zusammenfassung der Key Note
Peter Post, Geschäftsführer der Multimediaagentur Scholz & Volkmer, skizzierte in seiner Key Note die Möglichkeiten intelligenter Produktvernetzung und virtueller Gemeinschaften im Cyberspace für mehr Kundenbindung. Mehr… 

Videomitschnitt und Bilder der vierten Tourismus Community Austria . Mehr…

TCA-Zitate: "Analogen Mist kann man nicht digital aufhübschen"
Einige Zitate der Podiumsteilnehmer der Tourismus Community Austria, die sich mit Fragen der intelligenten Produktvernetzung und des Aufbaus virtueller Gemeinschaften im Cyberspace auseinanderzusetzten. Mehr...

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Tourismus im Daten-Cockpit der Cyberwelt

Bereits zum vierten Mal traf sich die Tourismus Community Austria, diesmal im Haus der Musik in Wien, um sich mit Fragen der intelligenten Produktvernetzung und des Aufbaus virtueller Gemeinschaften im Cyberspace auseinanderzusetzen. Rund 100 Personen folgten zunächst dem spannenden Vortrag von Peter Post, der als Geschäftsführer der größten inhabergeführten Multimedia- agentur Deutschlands, Scholz & Volkmer, den „state of the art" der Konsumwelt präsentierte: Turnschuhe, die mit iPods sprechen; Autos, die mit Ampeln kommunizieren; Pflanzen, die twittern, wenn sie Wasser benötigen. Längst sind Information und Kaufoption im Netz nicht genug. Vernetzte Produkte nützen das Kommunikationsbedürfnis und den Spieltrieb des Menschen, schaffen über Communities Kundenbindung und passen sich an die laufend ändernden Bedürfnisse an. „Nicht nur Produkte kann man vernetzen, sondern auch Erlebnisse", ist Peter Post überzeugt, „die Zukunft liegt darin, dass Menschen Spuren im Web hinterlassen wollen, das ist eine Chance für Unternehmer, vor allem auch im Tourismus."

Technologien stimulieren Produktinnovation

  Moderiert von APA-Wirtschaftsressortleiter Thomas
  Karabaczek diskutierten im Anschluss Peter Post, Scholz &
  Volkmer, Key Note Speaker, Norbert Kettner, Direktor von
  WienTourismus, Markus Lassnig, e-Tourism Experte der
  Salzburg Research Forschungsgesellschaft, und Michael Anfang,
  Hotel Edelweiss & Gurgl in Obergurgl (im Bild v.l.n.r.). Einig war
  sich die Podiumsrunde darin, dass die neuen Technologien und
  die damit verbundenen Kommunikationsmöglichkeiten nicht nur
  Chancen für den Tourismus darstellen, sondern sich auch
  verändernd auf das Produkt auswirken. „Wir müssen uns
schon die Frage stellen, ob wir als Destinationen nicht zu träge für den Fortschritt sind", so ein kritischer Einwurf von Norbert Kettner, „die wahren Treiber sind die Markenartikler. Wir lassen uns unser Produkt noch zu sehr von anderen definieren."  Marketingfachmann Michael Anfang plädierte für mehr Qualität: „Wir laden immer mehr Inhalte ins Netz und überschütten den Gast mit Information. Die Kunst besteht aber darin, die richtige Information für die Gäste zugänglich zu machen." Markus Lassnig warnte davor, sich von den neuen Technologien blind treiben zu lassen. Genauso gefährlich sei es aber auch, die Welt der „digital natives" komplett zu ignorieren: „Die digitalen Technologien sind neue Mittel zum Zweck, vieles davon ist von der Idee her nicht neu, wird heute nur anders umgesetzt. Was früher die Wandernadel war, ist heute eine App zur Messung der Wanderleistung."

Im Tourismus, der stark an Menschen mit ihren Erlebnissen und Emotionen anknüpft, können intelligente Produktvernetzung und virtuelle Gemeinschaften Innovationen stimulieren, die Kundenbindung stärken und die Wertschöpfung erhöhen, so das Resümee von Peter Post. Eine wesentliche Herausforderung nannte Praktiker Michael Anfang: „Der Hotelier hat genug zu tun, das heißt, die digitale Vernetzung der Produkte muss gemeinsam erfolgen!"

Key Note

  Peter Post, Geschäftsführer der Multimediaagentur Scholz &
  Volkmer, skizzierte in seiner Key Note die Möglichkeiten
  intelligenter Produktvernetzung und virtueller Gemeinschaften im
  Cyberspace für mehr Kundenbindung. „Die Zielgruppe sind 'digital
  natives', sie ist mit den neuen Technologien aufgewachsen.
  Für diese Zielgruppe ist Vernetzung kein Stress, für diese
  Zielgruppe besteht Stress darin, nicht vernetzt zu sein“, brachte
  Peter Post die Herausforderung für den Tourismus auf
  den Punkt.


Anhand zahlreicher praktischer Beispiele aus der Markenartikelwelt zeigte er in seinem Vortrag den „status quo“ auf: so werden die Informationen aus den Datencockpits von Elektrorollern, die der Anbieter Energie Baden-Württemberg in Stuttgart zur Verfügung stellt, für die Nutzer aufbereitet. Eine eigene Website bietet umfassende Informationen, beispielsweise über Verbrauch und Ladestationen. Die Nutzer tauschen sich in einem Blog aus und beraten sich bei Problemen gegenseitig. Zudem gibt es eine Rangliste, wo die User ihre Fahrleistungen messen können. Post: „Das regt den Spieltrieb der Nutzer an. BMW hat beispielsweise bei einem E-Roller der Marke Mini ein Gimmick eingebaut. Wenn zwei Roller dieser Marke aneinander vorbeifahren, blinken sie sich zu – das schafft ein Wir-Gefühl und wirkt gemeinschaftsbildend.“

Erlebnisse, wie Produkte vernetzen

Im Tourismus, so Peter Post, sind es derzeit vor allem Apps mit Städte- oder Reiseführern, die den Markt überschwemmen. Fluglinien bieten bei der Sitzplatzbuchung an, über Social Networks die Interessen potenzieller Sitznachbarn abzugleichen. In den USA setzt sich der Trend des „social skiing“ durch: Smartphones dienen nicht nur als Skipass, sondern auch als Kommunikationsmedium für Socialising mit entsprechenden Freizeitempfehlungen oder der Möglichkeit, Freunden auf den Pisten virtuell zu folgen. Für den Marketingexperten liegt ein Megatrend der nahen Zukunft in den Lifestreams: Die Menschen wollen Spuren im Web hinterlassen, wollen sich selbst digital erfassen (Stichwort „the quantified self“) und damit mehr über sich erfahren. Darin liegt für den Tourismus eine besondere Chance, weil gerade im Urlaub sportliche Leistungen und emotionale Erlebnisse große Bedeutung haben und auch mitgeteilt werden wollen. Gelingt es den Anbietern, dieses Bedürfnis in Form von digital vernetzten Produkten zu treffen, erhöht das nicht nur die Kundenbindung, sondern schafft auch Mehrwert auf allen Ebenen.





Presseaussendung, Video und Fotogalerien

Presseaussendung zur Tourismus Community Austria 

APA-Fotoservice: Fotogalerie der Veranstaltung

Videomitschnitt der vierten TCA - Videocredit: APA-OTS Tourismuspresse/TCA



TCA-Zitate: "Analogen Mist kann man nicht digital aufhübschen"

Bei der vierten TCA am 02. Mai 2012 wurde zum Thema „Beyond Booking – Vernetzte Produkte sind mehr wert“ diskutiert. Lesen Sie hier einige Zitate der Podiumsteilnehmer nach:

Es wäre toll, wenn der Hotelier als eine Art Makler tätig werden könnte, der Erlebnisse „vermittelt". (Peter Post, Scholz & Volkmer)

  Wir laden immer mehr Inhalte ins Netz, wir überschütten den Gast
  mit Information, wir stellen uns vom Produkt her breit auf, um
  möglichst viele Gäste zu bekommen. Die Kunst besteht aber darin,
  die richtige Information für die Gäste zugänglich zu machen.
  (Michael Anfang, Hotel Edelweiß & Gurgl)

 




Ich glaube nicht, dass man analogen Mist digital aufhübschen 
kann, das bringt nichts. 
(Norbert Kettner, WienTourismus)









  Im Tourismus ist das Produkt an sich erlebnis- und
  personenorientiert, es soll im Idealfall eine Mischung aus beidem,
  aus persönlichem und virtuellem Kontakt sein.
  (Markus Lassnig, Salzburg Research Forschungsgesellschaft)

 





Die digitalen Medien bieten die Möglichkeit zur Massenverbreitung, zum Community Building, das ist für den Tourismus, der sehr auf Empfehlungen baut, besonders auch in kommerzieller Hinsicht besonders wichtig.
(Markus Lassnig, Salzburg Research Forschungsgesellschaft)

Der Hotelier hat aber genug zu tun, das heißt die digitale Vernetzung der Produkte muss gemeinsam erfolgen!
(Michael Anfang, Hotel Edelweiß & Gurgl)

Wie bringen wir den Inhalt an den Mann? Alle digitalen
Informationen sind bei uns auf allen gängigen Betriebssystemen abrufbar. Bei WienTourismus sehen wir das Smartphone als ewigen Lebensberater.
(Norbert Kettner, WienTourismus)

Fotos: (c) APA-OTS Tourismuspresse/APA-Fotoservice/Preiss